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| Ollantaytambo |
| Gewaltige rätselhafte Anlage |
Lage der Stadt
Ollantaytambo (dt. Speicher meines Gottes) ist eine Stadt im südlichen Teil von Peru (Provinz von Urubamba, Region Cusco) und liegt etwa 60 km nordwestlich von Cusco und 21 km von Urubamba entfernt. Die Stadt liegt in einer Höhe von 2792 Metern. Nach einer Legende soll ihr Gott Viracocha die Inka angeleitet haben, die Stadt zu bauen.
Ollantaytambo ist das einzige verbliebene Beispiel für Stadtplanung aus der Inka-Zeit. Die Gebäude und Inka-Terrassen sowie die engen Gassen der Stadt befinden sich noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Die geraden und engen Straßen bilden 15 quadratische Blocks (canchas), die je einen Eingang zum zentralen Innenhof besitzen, der von Häusern umgeben ist. Einige vornehme Häuser bestehen aus perfekt gearbeiteten Inka-Mauern aus dunkelrosa Stein. Die Inka bauten in Ollantaytambo Verwaltungs-, Landwirtschafts-, Militär-, und religiöse Einrichtungen. Es liegt einem Hügel am Eingang zum heiligen Tal, das sich ein paar Kilometer entfernt von der Hauptstadt des Inkareiches befindet.
Festung
Auf der bergzugewandten Seite von Ollantaytambo befindet sich ein imposanter Inka-Komplex, der, auf Grund seiner außerordentlich starken Mauern, landläufig fortaleza (dt. Bollwerk oder Festung) genannt wird. Tatsächlich war dieser Komplex strategisch günstig gelegen, um das Heilige Tal der Inka zu dominieren. Hier zog sich auch Manco Cápac II. nach dem Fall Cuzcos an die Conquistadoren zurück, um seine verbliebenen Soldaten zu sammeln.
Die Spanier schrieben, dass Ollantaytambo und Pisac an strategisch wichtigen Punkten lagen, da man von diesen beiden Stellen aus die Hauptstraße nach Cuzco kontrollieren konnte. Auch hier beeindruckt die gewaltige und gleichzeitig rätselhafte Anlage den Betrachter.
Im unteren Teil dieses Komplexes befanden sich Siedlungen, ähnlich wie in Cuzco im typischen Inkastil. Auf einem schmalen Felsvorsprung liegen die Reste einer Festungsmauer. Diese Mauer besteht aus sechs roten Porphyrblöcken, die bis zu 4 m hoch sind. Diese sind durch sehr dünne Platten und Zapfen miteinander verbunden. An der Fassade sind seltsam vorstehende Ausbuchtungen zu erkennen, deren Bedeutung ungewiss ist. Am zentralen Stein ist ein Flachrelief angebracht, auf dem ein Treppenmotiv zu sehen ist, das dem an den Steinen von Tiahuanaco ähnelt.
Im höchstgelegenen Abschnitt der Alacenas liegt der so genannte "Chincana", eine Art Umfassungsmauer, die aus Steinblöcken errichtet wurde und wahrscheinlich zu unterirdischen Galerien führte. Heute vermuten Archäologen, die versuchen, die Bautechniken dieser bemerkenswerten Anlage zu ergründen, dass diese Steine von einem Steinbruch am gegenüberliegenden Ufer des Vilcanota, 7 km von dem Dorf Cachiquata entfernt, stammen.
In die Festung gelangt man über eine steile Treppe, die in den Berg eingepasst wurde. Rechter Hand kann man 16 Terrassen bewundern, wohingegen auf der anderen Seite drei gewaltige Mauern liegen, die die äußerst ungewöhnliche Anlagen umschließen. Einige davon beschreiben Wissenschaftler als ..Terrassen-Observatorien".
Diese Theorie setzt voraus, dass die Inka Techniken und Kenntnisse zum Transport von gewaltigen Steinblöcken gehabt haben müssen, sodass sie die Blöcke bergauf und -ab sowie durch Flüsse transportieren konnten, die sie vielleicht umgeleitet haben, um sich die Arbeit zu erleichtern.
Begräbnisstätte
Auch von Ollantaytambo kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob es sich um eine Festung handelt. Wie in Sacsayhuamän vermutet man, dass an dieser Stelle ein Tempel stand, der dem Sonnengott geweiht und von Mauern umgeben war. Die Relikte von Ollantaytambo wie auch viele andere aus der Zeit der Inka bezeugen eine hohe kulturelle Entwicklung, einen ungeheuren Wissensstand und eine religiöse Überzeugung, die plötzlich unterbrochen wurden. Garcilazo de la Vega, einer der bedeutendsten Zeitzeugen am Hof der letzten Inka, beschrieb einige Riten, die es in Ollantaytambo gab: Hier wurden z.B. die inneren Organe der toten Herrscher begraben, nachdem sie dem Körper vor der Einbalsamierung entnommen worden waren.
Anschließend wurde gemäß der Tradition eine goldene Statue für den Herrscher errichtet.