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Nazca
Riesige Bilder und landebahnähnliche Gebilde

Die Nazca- Linien, auch Nasca- Linien, sind riesige Scharrbilder in der Wüste bei Nazca und Palpa in Peru. Benannt sind die Linien, die Wüste und die Kultur nach der unweit der Ebene liegenden Stadt Nazca. Die Nazca- Ebene zeigt auf einer Fläche von 500 km² schnurgerade, bis zu 20 km lange Linien, Dreiecke und trapezförmige Flächen, sowie Tierfiguren von einer Größe von zehn bis mehreren Hundert Metern, z. B. die Abbilder von Menschen, einem Affen, Vögeln, Fischen, einen Kondor mit einer Flügelspannweite von 120 m, eine 180 m lange Eidechse oder einen 100 m großen Affen.
Oft sind die figurbildenden Linien nur wenige Zentimeter tief. Durch die enorme Größe sind sie nur aus der Luft zu erkennen. Die Nazca- Linien gehören zu den global verbreiteten so genannten Geoglyphen.

Animation

Aus der Sicht eines Fußgängers in der steinig- öden Landschaft sind die großflächigen Steingemälde gar nicht auszumachen. Wie die Figuren die nur aus der Höhe zu erfassende perfekte Geometrie und Proportionen - etwa in den Flügelwindungen eines gigantischen Kondors - erhalten konnten, ist durch die neuen Erkenntnisse außer dem Hinweis auf hallizogene Drogen der Bauherren auch nicht zu erklären.

Entdeckung
Entdeckt wurden die Nazca- Linien erst in den 1920er Jahren, als die ersten kommerziellen Fluglinien über die Nazca- Wüste flogen und Passagiere die Linien ausmachten. Entstanden sind die Bilder durch Entfernung der oberen Gesteinsschicht, die von Wüstenlack überzogen ist. Dieser Wüstenlack besteht aus einem rostroten Gemisch aus Eisen- und Manganoxiden. Dadurch kommt das hellere Sedimentgemisch zum Vorschein und bildet deutlich sichtbare, beigegelbe Linien. Die mysteriösen Zeichner lebten in den Tälern des Río Názca, Río Pálpa und Río Ingénio. Die Pyramidenstadt Cahuáchi soll geistig-religiöses Zentrum gewesen sein. Weltweit bekannt wurden sie nach 1949 durch die Arbeit der Deutschen Maria Reiche, die sich, seit sie zum ersten Mal 1941 die Linien studierte, bis zu ihrem Lebensende 1998 unermüdlich für Schutz und Erhalt dieser Wüstenfiguren einsetzte und sich um deren Interpretation bemühte. Viele der Figuren sind durch Fuß- und Autospuren zerstört. Erst durch die Initiative Reiches ergriff die peruanische Regierung Maßnahmen, um die Zerstörung zu verhindern. Auf Maria Reiches Betreiben hin wurden die Geoglyphen 1994 von der UNESCO als "Linien und Bodenzeichnungen von Nasca und Pampa de Jumana" zum Weltkulturerbe erklärt.

Vermutetes Alter der Linien
Das Alter der Linien und Figuren läßt sich nicht exakt bestimmen. Nach archäologischen Forschungen entstanden sie zu verschiedene Zeiten, die geraden Linien stammen wahrscheinlich aus der Zeit um 600 n. Chr., die Bilder aus der Zeit zwischen 200 - 600 n. Chr. So verschieden die Theorien auch sein mögen, unbestritten ist die Faszination die von diesen Scharrbildern ausgeht.

Zweck
Der Zweck der Linien ist bis heute unbekannt, nichts desto trotz existieren eine Vielzahl verschiedenster Theorien über ihre Bedeutung. Alfred Kroeber und Toribio Mejía entdeckten sie 1926 und nahmen damals an, daß es sich um ein Bewässerungssystem handelt. Mejía hat diese Theorie später geändert und vermutet, daß sie in Zusammenhang mit den Ceques (heiligen Pfaden) der Inka stehen könnten. Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, dass die Bilder eine kultische Funktion hatten, da sind vor allem die Steinhügel an den Kreuzungs- punkten der Linien. Paul Kosok, der 1941 das Gebiet besuchte fand heraus, dass einige Linien mit dem Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende in Beziehung stehen, weshalb er sie auch als "größtes Astronomiebuch der Welt" bezeichnete.
Das ist auch die Theorie, die von der deutschen Wissenschaftlerin Dr. Maria Reiche vertreten wurde. Nach ihren Forschungen repräsentieren die Geraden und Spiralen die Bewegung der Gestirne, die Tiere stellen Planetenkonstellationen dar. Die wahrscheinlich bekannteste Theorie stammt von Erich von Däniken. Er nimmt an, daß die Linien Markierungen für Besucher aus dem Weltall waren.
Ähnlich unwahrscheinlich ist aber auch die Annahme, das die Nazca- Kultur bereits Heißluftballone kannte. Diese Idee stützt sich auf die Tatsache, dass die Bilder nur aus der Luft erkennbar sind und auf andere Hinweise, die als Brandstellen eines startenden Heißluftballons gedeutet werden können. Georg A. von Breunig vertrat die Ansicht, es handele sich bei den Scharrbildern um kultische Rennbahnen, der Archäologe Josué Lancho hat behauptet, das es Landkarten sind, die den Weg zu unterirdischen Wasserstellen weisen.

Ein britisch-amerikanisches Forscherteam, das im britischen BBC seine Erkenntnisse erläutert ("Flightpath to the Gods"), meint nun des Rätsels Lösung gefunden haben: Das Volk der Nazca, für die der Andenstreifen die einzige Wasserquelle war, drohte durch eine jetzt nachgewiesene 40 Jahre lange Trockenheit um 550 oder 600 nach Christus ausgelöscht zu werden. Nach Angaben von Expeditionsleiter Tony Spawforth, Archäologe an der Universität Newcastle, zog das Volk die geraden Wüstenstreifen als Gebetstätte für den sehnsüchtig erwarteten Regen. Die Tierbilder waren demnach zur Orientierung für die Schamanen (Medizinmännern) bestimmt, die nach dem Aberglauben der Einwohner im Drogenrausch zur Bekämpfung von Krankheiten auf "Seelenflug" gingen. Funde merkwürdig langer Schädelknochen, die ebenfalls als Zeugnis außerirdischen Lebens interpretiert wurden, schreiben die Forscher Deformationen im frühen Alter zu, weil ähnlich wie im alten Ägypten Mütter die Köpfe ihrer Kleinkinder "längswickelten".

Der Archäologe David Browne interpretiert aufgrund einer Nazca- Panflöte die er an einem der Riesentrapeze fand, dass entlang der Linien religiöse Prozessionen abgehalten wurden. Für solche Rituale gebe es auch andernorts in Peru Beispiele, meint er. Und in Nazca deuteten viele der Trapeze in Richtung einer Wasserquelle. Anthropholge Piers Vitebsky vom Scott Polar Institute in Cambridge, erklärt: "Von modernen Schamanen in peruanischen Dörfern habe ich erfahren, dass ihnen viele der Tierbilder, wie die Spinne und der Affe, als, Geisterhelfer vertraut waren." Ähnliche Bodengemälde waren auch in Iowa und Ohia (USA) z.B. die Serpent Mounds, gefunden worden.

Quelle: Wikipedia
              Erich von Däniken