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Cuzco
Hauptstadt des Inka Reiches

Der Sage nach wurde die Gegend in grauer Vorzeit von den Tampus, einem Volk der Quechua-Indianer, bewohnt. Sie sollen die ersten Menschen gewesen sein – älter seien nur die Götter. Um das Jahr 1200 herum gründete der erste Inka Manco Cápac, der Sohn der Sonne, mit seiner Schwester Mama Ocllo die Stadt. Das Wort Cusco (Qusqu) entstammt dem Quechua und bedeutet Nabel der Welt. Genauere Überlieferungen gibt es erst vom 9. Inka, Pachacútec Yupanqui. Während seiner Regierungszeit von 1438 bis 1471 erweiterte er das Inkagebiet in den Zentralanden vom Titicacasee bis nach Junín. Das Reich wurde nach den vier Himmelsrichtungen aufgeteilt (auf Quechua Tawantin suyu, tawa – vier, suyu – Land), seine Flagge war die Regenbogenfahne (Wiphala) und Cuzco entwickelte sich zum wirtschaftlichen und kulturellem Zentrum. Diese vier Himmelsrichtungen sind im Andenkreuz als Balken repräsentiert, das Loch in der Mitte repräsentiert Cuzco. Die Stadt war zudem in zwei Stadthälften gegliedert, Ober-Cusco (Hanan Qusqu) und Unter-Cusco (Urin Qusqu). Der jährliche Umlauf der Sonne konnte auch aufgrund der rechtwinkeligen Stadtanlage bestimmt werden und im Sonnentempel wurden ihr zu Ehren große Feiern veranstaltet. Zu Unter-Cusco gehörten die ersten fünf Inka-Herrscher (Sinchi), ab dem sechsten waren es Herrscher von Ober-Cusco mit dem Titel Inka.

Die prächtige Hauptstadt des Inka-Reichs wurde als Mittelpunkt der vier Teile der Welt und als städtisches Symbol des Reiches angelegt, dessen geografische Gebiete sich auch in den verschiedenen Stadtteilen widerspiegelten.

Nach einer Inka-Legende waren die mythischen Vorfahren, Manco Capac und seine Schwestergemahlin Mama Oello, von ihrem Vater, dem Sonnengott Inti-Viracocha, hierher geschickt worden. Sie sollen dem Titicaca-See entstiegen sein und Qosqo (Cuzco), den "Nabel der Welt", gegründet haben. Die Gegend Cuzcos, ein vom Fluss Huatanay in die Hochebene gegrabener Kessel in der Gordillera Vilcanota in 3399 m Seehöhe, wurde um 750 n. Chr. von den Huari und ab 1200 von den Inka bewohnt, welche die Stadt gründeten. Im 15. Jh., einer großen Blütezeit, ließ sie der neunte Inka-König Pachacutec (1438-1471) nach einem strengen rechtwinkeligen Plan neu errichten; er machte Cuzco zum politischen, religiösen und administrativen Zentrum des Reiches, das sich von Ecuador bis Chile und Nordwest-Argentinien erstreckte. und schuf damit ein Symbol der Inka-Kosmologie.

Pachacútec Yupanqui ließ in der Umgebung landwirtschaftliche Terrassen (Inka-Terrasse) zum Anbau von Mais errichten, um damit die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Kanäle zu den Flüssen Saphi (Quechua: "Wurzel") und Tullumayu ("Knochenfluss"), die durch die gesamte Stadt führten, versorgten die Einwohner mit frischem Wasser und hielten die Stadt sauber.

Als Francisco Pizarro 1533 mit 180 Mann die Cuzco erreichte, hatte die Stadt ca. 100.000 Einwohnern. Die Gebäude waren aus großen perfekt zugeschnitten Steinblöcken, ohne Mörtel zusammengefügt und teilweise mit Gold verkleidet waren. Die Spanier überbauten die Tempel und Paläste der Inka, im Laufe der Zeit mit eigenen Bauten. Die Spuren der ursprünglichen Stadtanlage sind aber bis heute zu erkennen, wie etwa die mächtigsten Mauern der Inka-Zeit und die in der Umgebung befindliche beeindruckende Festung Saqsaywaman die aus drei zahnförmig verlaufenden Zyklopenmauern gebildet wird.


Der streng rechtwinkelige Plan der Stadt ist der Figur eines Pumas nachempfunden, einem Totemtier der Inka.  Von Gelände her war die Stadt zweigeteilt worden, in eine obere Wohnstadt (Hanan Cuzco) und die untere Monumentalstadt (Hurin Cuzco). Den Kopf bildet die Festung Saqsaywaman, die Wirbelsäule die Pumakurku-Gasse, den Schwanz das Stadtviertel Pumachupan. Der große trapezförmige Zeremonialplatz Huacaypata ("Ort der Freude") stellte gemeinsam mit einem kleineren Platz (die heutigen Plaza de las Armas und Regocjio) jenen Bereich dar, von dem aus vier Straßen in die jeweiligen Gebiete der Erde (Tahuantinsuyu) führten. Hier waren 12 Kanchas, in sich geschlossene Stadteile die schachbrettartig angeordnet waren und über einen eigenen Tempel verfügten. Sie waren um einen quadratischen Platz angelegt, und von vier geraden, gepflasterten Straßen durchzogen sowie durch ein Straßennetz von 36 kleinen Gassen in Wohnblocks unterteilt. Jeder dieser Stadtteile beherbergte eine bestimmte Volksgruppe oder Dynastie, die gemäß ihrer geografischen Herkunft nach untergebracht wurde. .

Eine Kalenderstadt

Die planerische Ausrichtung Cuzcos incl. seiner Unterteilung in regelmäßige Sektoren, Stadtteile und Wohnblocks und des Sonnentempels hatten rituelle Bedeutung für die allmonatliche Zelebrierung der Reinigung der Erde und ihrer Wiedergeburt. Der Sonnentempel oder Coricancha das einzige Gebäude Cuzcos, welches das ganze Jahr über von der Sonne voll beschienen wird. Während eines Monats im Jahr sind neben dem Tempel auch die Hauptstraßen aller zwölf Stadtviertel voll beschienen. Man konnte in Cuzco, auch die jährliche Wanderung der Sonne nachvollziehen. Nach Meinung mancher Autoren könnte man das antike Cuzco als riesigen Kalender betrachten, durch dessen Schattenprojektion auf den Straßen und Häusern der Ablauf der Zeit bestimmt werden konnte. Das bedeutendste Fest der Inka, das Sonnenfest Inti Ravmi wird heute noch am 24. Juni auf dem Saqsaywaman -Platz gefeiert. Es ist sicher kein Zufall dass es fast mit das Datum der Sommersonnenwende ist.

Der Sonnentempel Coricancha
Die von Pachacutec 1438 gegründete "goldene Einfriedung" Coricancha, war die wichtigste religiöse Stätte Cuzcos. Innerhalb der Mauern mit 400 m Seitenlänge standen die Priesterwohnungen und Bauten, die als die Heiligtümer der Sonnen des Mondes, der Venus und der Sterne, des Blitzes und Donners und des Regenbogens dienten. Im Sonnenheiligtum waren die Mumien der Inka-Könige im Mondtempel jene ihrer Gattinnen aufgebahrt. Im prächtigen zentralen Garten war alles, was das Reich bot, in Gold nachgebildet: Statuen, Brunnen, Darstellungen von Tieren, Blumen, aber auch Erdschollen und Pflanzenreihen. - Der Sonnentempel war außen mit 700 Goldplatten jeweils 2-5 kg verkleidet, sogar die Dächer waren aus Gold. Bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang musste als Huldigung für die Hauptgottheit der Inka alles im Lieht erstrahlen. Diese Schätze wurden von Pizarro geraubt und eingeschmolzen.

Sacsayhuamán

Blick auf Cuzco

 

Die Ruine der Inkafestung Sacsayhuamán (Saksaywaman) ist die größte Sehenswürdigkeit in unmittelbarer Umgebung der peruanischen Stadt Cuzco. Sie liegt etwas 3 km oberhalb des Stadtzentrums. Die bekannteste Theorie dieser Anlage ist, dass sie den am meisten gefährdeten Zugang zur Stadt schützte (als Festung). Tatsächlich verschanzten sich bei der Eroberung durch die Spanier Hunderte von Krieger in dessen Mauern. Während dieser Eroberung durch die Spanier und durch Erdbeben wurde sie teilweise zerstört, sodass heute noch etwa ein Drittel erhalten ist. Sacsayhuamán sollte dem Feind aber nicht nur eine starke Verteidigung zeigen, sondern auch die Kraft und Energie der Inka demonstrieren. Als Gegenargument des Verteidigungszweckes sprechen aber auch die vielen speziell eingerichteten Stellen möglicher Heiligtümer, wie zum Beispiel Gebäudegrundrisse mit Nischenplätzen, kreisförmige Arenen von ca. 100m Durchmesser und ausgebaute Treppen in einzelstehenden Felsblöcken.

Eingang zu Sacsayhuamán

 

Der Name Sacsayhuamán entstammt aus dem alten Quechua und hat versch. Bedeutungen erfahren, so zum Beispiel "zufriedener Falke" wohl weil man von hier aus die ganze Stadt überblicken kann oder auch "gesprenkelter Kopf", da aus der Luft aus gesehen diese Stätte die Form eines Pumakopfes hat, dessen Körper danach die alten bis heute erhaltenen Straßenzüge von Cusco bilden. Die Inka Pachacutec und Túpac Yupanqui ließen die Stätte errichten. Während der 70jährigen Bauzeit sollen 20.000 Indios daran gearbeitet haben.

Astronomische Beobachtungsplattform

Die wichtigste "Verteidigungslinie" besteht aus drei zyklopischen, terassenförmig übereinander gebauten Zickzackmauern. Sie sind 600 m lang. Die untere Mauer ist 9 m, die mittlere 10 m und die obere 5 m hoch. Zum Bau der Mauer wurden riesige Steine von den 20 km entfernten Steinbrüchen heran geschleppt und dann bearbeitet, bis sie fugenlos aneinander passten. Der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wiegt über 200 Tonnen. Ungeklärt ist, wie die Inka die Steine transportiert haben, da sie weder Rad noch Rolle kannten. Für die Bearbeitung verwendeten sie spezielle Steinwerkzeuge, denen selbst harter Granit nicht standhielt.

Oben sind die Überreste von zwei viereckigen Türmen und einem runden Turm, dem Muya Marca, zu sehen. Sie sind durch unterirdische Gänge miteinander verbunden. Die Terrassen sind von Kanälen zur Wasserversorgung und zur Ableitung von Regenwasser durchzogen. Hinter den Wällen liegt ein großer Platz, auf dem auch heute noch am 24. Juni das Sonnenfest (Inti Raimi) gefeiert wird, dass sogar der Präsident besucht.

Im hinteren Teil der Anlage befindet sich ein kreisrunder Platz, vertieft angelegt und gestützt durch einen mannshohen Mauerring. Daneben befinden sich ein kurzer schmaler Tunnel, der nur durch je eine Person passierbar ist sowie verschiedene Mauerreste und eine natürliche "Rutschbahn" im Felsen.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sacsayhuaman