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Chimú-Kultur
Wichtigster Gott war der Mond

Zwischen 900 und 1000 brach die kulturelle Einheit des Huarireiches im vorkolumbianischen Peru auseinander. Dies führte zum Entstehen einiger bedeutender Königreiche, die ab dem Jahr 1438 gewaltsam in das Inkareich eingegliedert wurden. Zu diesen Königreichen zählte auch das an der Nordküste Perus liegende Chimüreich, das von 1000-1470 bestand.

Die Sprache der Chimú, das Quingnam, war eine Variante des Muchik und starb in der Gegend von Trujillo im 18. Jahrhundert aus. In Etén (Departement Lambayeque) hielt sich das Muchik jedoch bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die Chimú-Kultur setzte sich im Norden von Peru in der Gegend um die Stadt Trujillo durch. Zur Zeit der größten Ausdehnung reichte ihr Einfluss im Norden bis zur Grenze von Ecuador und im Süden bis Lima.

In Legenden des Chimüreiches über ihre Gründung wurde erzählt, dass Nylamp, und mit einem prächtigem Federkleid bekleidet war, in einem großen Schiff aus der Ferne über das Meer kam. Sein führte beim Volk zu der Annahme, dass er fliegen könne. Nylamp der ein kluger und mutiger Mann war hatte viele Helfer mitgebracht. Sie halfen ihm die unfruchtbare Wüste zu bewässern und zu kultivieren. Sie bauten auch Städte und Siedlungen und unterrichteten sie in handwerklichen Fähigkeiten.

Die Kultur und Artefakte welche Chimü hinterließen, lassen auf einen ungewöhnlich hohen kulturellen Stand schließen, vor allem in der Kunst der Metallbearbeitung, in Keramiken und in der Kunst des Federschmuckes.

Durch Luftaufnahmen wurde 1932 ein riesiges Bauwerk, die Mayao-Mauer, entdeckt. Sie war etwa 3 m hoch und 4,5 m breit und reichte von der Pazifikküste bis zu den 65 km entfernten Berghängen. Sie wurde von 50 eingebauten Festungen bewacht. Vermutungen zufolge begrenzte sie den ersten Expansionsbereich der Chimú.

Die Chimú waren durch ihre – für die damalige Zeit große Bevölkerungszahl gezwungen sich neue Verfahren und Methoden auszudenken um die Bevölkerung zu ernähren. Chan Chan Hauptstadt soll damals schon bis zu 60.000 Einwohner gehabt haben. Sie war die größte Stadt auf dem südamerikanischen Kontinent. Sie setzten Arbeitssklaven ein, um die reichlich vorhanden Erzlager auszubeuten und um Flussgold zu gewinnen. Zur Wasserversorgung der Bevölkerung bauten sie Kanäle, die das Wasser der Flüsse in den Bergen auffingen und über Kanäle zu den Feldern leiteten. Einige dieser Kanäle waren bis zu 100 km lang. Mit dieser Methode konnten sie auch wasserarme Gebiete für die Landwirtschaft nutzbar machen. Bei der Herstellung von Keramik- und Metallgegenständen entwickelten sie die Serienproduktion. Hierfür transportierten sie die Ausgangsmaterialien auch aus Südamerika z.B. Zinn für die Bronzeherstellung aus Bolivien. Speziell das Goldschmiedehandwerk war weit entwickelt. Sie beherrschten das Gießen, Löten, Vergolden und konnten auch verschiedene Legierungen herstellen. Leider ist heute davon nicht mehr viel erhalten. Alle diese Leistungen konnten nur durch werden eine Hierarchische Ordnung erbracht werden und eine Spezialisierung zu Berufsgruppen als Handwerker, Händler, Beamte und Soldaten u.s.w. vorhanden war.

Für den Brand von keramischen Gegenständen entwickelten die Chimú ein spezielles Verfahren. Sie dichteten gegen Ende des Brandes den Ofen hermetisch ab, um die weitere Sauerstoffzufuhr zu verhindern. Der noch vorhandene Rauch beschlug die Oberfläche des Keramik und gab ihm eine glänzende, schwarze Farbe. Diese Technik heißt Reduktionsbrand. Im Gegensatz zur Mochica-Kultur wurden die Keramiken nicht bemalt. Stückzahlen waren offensichtlich wichtiger als Kunst.

Textilien wurden aus der Wolle von einheimischen Tieren (z.B. Alpaka und Vikunja) hergestellt, die relativ leicht zu färben und zu verarbeiten waren . Aus diesen Textilien wurden Kleidung, Teppiche und Zelte wurden Hergestellt.

Die Chimü herrschten über die Menschen der umliegenden Täler durch eine Art Bundes-Königreich im Gebiet von Moche, in dem jedes Volk seine eigene kulturelle Identität behalten konnte. , dass die Herrscher der Die verschiedenen Städte hatten eine gewisse Autonomie und wirtschaftliche Unabhängigkeit, obwohl die Verwaltung zentralisiert war. Das ist durch archäologischer Untersuchungen belegt. Die Herrscher Chimü kontrollieren die Verteilung des Wassers und somit die Landwirtschaft, die neben der Fischerei und dem Handwerk die ertragreichste wirtschaftliche Quelle war.

Obwohl auch die Sonne einen hohen Stellenwert hatte, verehrten die Chimús den Mond als wichtigsten Gott, weil er in der Lage war, die Sonne zu verdecken. Sonnenfinsternisse waren deshalb stets Anlass für große Feste. Das Wachstum der Pflanzen, die Ernten und die Gezeiten schrieben die Chimú dem Mond zu. Der Vater der Steine und Felsen, mit ihren übernatürlichen Kräften, war hingegen die Sonne.

Das Reich der Chimú wurde von dem Inkaherrscher Tupac Yupanqui erobert, der die Städte plündern ließ und die Herrscher des Reiches zu seinen Vasallen machte.

Angeblich brachten die Inkas nach der Eroberung des Reiches die besten Goldschmiedearbeiten nach Cuzco. Die meisten Kunstwerke wurden während der Conquista durch die Spanier eingeschmolzen.

1470 wurde der letzte König Minchancaman besiegt und das Chimúreich durch den Inka-Herrscher Túpac Yupanqui erobert und in sein Reich eingegliedert.