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| Chan Chan |
| Hauptstadt des Chimüreiches |
Obwohl das archäologische Gebiet von Chan Chan in einem erbärmlichen Zustand ist, weil es über die Jahrhunderte hinweg viele Male ausgeraubt wurde, ist man doch als Besucher beeindruckt von der originellen einzigartigen Architektur in der präkolumbianischen Welt.

Chan Chan war die Hauptstadt des Chimüreiches. Vermutlich geht die planmäßige Anlage auf die Tiahuanaco-Huari-Kultur zurück. Sie war von einer bis zu 7 m hohen Mauer umgeben und nur durch einen einzigen einzigen Eingang zugänglich. Innerhalb der Mauer standen 10 Gebäudekomplexe. Die Wissenschaft ist sich uneins, ob es sich bei der bis zu einen Kilometer langen Mauern um Zitadellen gehandelt oder um "Paläste" im Sinne von mittelalterlichen Höfen, gehandelt hat, wenn sie von diesen Anlagen sprechen. Um diese befestigten Anlagen gehörten Straßen, Wohnviertel, bewässerte Gärten Friedhöfe, Wasserreservoirs, Tempel und kleine Zellen, deren Bestimmung man nicht kennt. Welche Funktion diese Gebäude hatten, die so gigantisch und isoliert voneinander stehen, weiß man nicht. Es wurden schon die unterschiedlichsten Theorien aufgestellt. Eine davon ist, dass möglicherweise über jedes dieser Bauwerke ein anderer Würdenträger herrschte, ein so genannter "Curaca" (in der Sprache der Einheimischen). Eine Andere hält es für möglich, dass in jeder Zitadelle Mitglieder einer speziellen Kaste war, denen es nicht erlaubt war mit anderen in Kontakt zu treten. Sie lebten ein Leben abgeschottet von den anderen sozialen Schichten innerhalb ihrer eigenen Mauern.
Die Reste der gesamten Stadt weist eine Fläche von ca. 18 qkm auf, was heißt, dass Chan Chan eine der größten präkolumbianischen Städte gewesen ist. Die bedeutendsten staatlichen oder zeremoniellen Gebäude kann man an der raffinierten Architektur und an den Adobemauern (Mauern aus getrockneten Ziegeln) erkennen. Die Malereien zeigen Fische, Vögel, Figuren halb Mensch und Tier, geometrische Motive und religiöse Symbole.
In der Mitte des Komplexes befindet sich eine zweiköpfige Schlange, die möglicherweise ein Fruchtbarkeitssymbol darstellt. Stilistisch ähneln die Stuckfriese und Symbole an den Zitadellen in Chan Chan und auch denen, die man auch auf einfachen Keramiken sowie Gold- und Silbergefäßen und Stufen gefunden hat. Die Handwerker der Chimü beherrschten die Kunst der Metallbearbeitung so perfekt, dass sie nach der Zerstörung Chan Chans durch die Inkas von den Herrschern Cuzcos gezwungen wurden an deren Hof bis zur Eroberung durch die Spanier weiter zu arbeiten.
In der Umgebung von Chan Chan befanden sich noch weitere bedeutende Anlagen die entdeckt wurden und Chan Chan ähneln. Es fanden sich Plattformen, so genannte "Huacas" (was dem spanischen Wort für "heilig" entspricht), die wahrscheinlich Kultstätten waren. Sie bestehen aus zwei übereinander gestapelten Plattformen, von denen eine 4, die andere 3m hoch ist und sind von einer Mauer umgeben. Die Huaca Esmeralda und die Huaca del Dragon wurden in den 60er Jahren restauriert und sind deshalb wohl die bekanntesten dieser Plattformen.