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Cahokia
Die großen Erdpyramiden

Die Erbauer
13 km südöstlich von St. Louis (Mississippi) im Staat Illinois, liegt Cahokia. Von 1050 bis 1250 war sie die größte Stadt der nördlich vom Rio Grande lebenden Indianer. Sie erlebte um 1150 ihre größte Blüte mit einer Ausdehnung von über über 13 km2 und ca. 20.000 Einwohnern. Um 800 wurde sie von den Stämmen der Mississippi-Kultur gegründet. Sie errichteten aus religiösen Gründen große, terrassierte Erdhügel mit Holztempel. Die Stämme waren Bauern (Getreideanbau) Jäger und trieben Handel mit den benachbarten Stämmen. Sie kontrollierten etwa 50 der angrenzende Dörfer. Das Handwerk war vielfältig ausgebildet: sie stellten Keramiken her, flochten Matten, schmolzen Kupfer, bearbeiteten Obsidian, Glimmer und Perlmutt. Die Schrift war ihnen unbekannt, zumindest wurden keine entsprechenden Funde gemacht. Allerdings scheinen sie ausgezeichnete Astronomen gewesen zu sein.

Entdeckungen und Grabungen
Um 1800 wurde sie von französischen Forschungsreisenden entdeckt. 1809-1813 siedelten sich Trappistenmönchen auf dem Gipfel des größten Erdhügels an, der dann nach ihnen "Monk's Mound" (Erdhügel der Mönche) benannt wurde. Danach nahm ein Bauer den Hügel in Beschlag. Erst 1925 wurde der Hügel geschützt und zur einem historischen Gut erklärt. Cahokia ist seit 1950 Weltkulturerbe der UNESCO. Erst danach, im Jahre 1961, fanden archäologische Grabungen in Cahokia und Umgebung statt. Sie wurden von Warren Wittry geleitet. Es wurden Dutzende von Erdhügeln, verschiedene Gräber und der Pfahlkreis von Woodhenge und entdeckt. Im Grabhügel Nr. 72 enthielt ist eine Häuptling begraben, der auf einem Bett aus 20.000 Perlen lag. Daneben wurde reiche Grabbeigaben gefunden: steinerne Pfeilspitzen, Kupferklingen, sowie große Mengen an Glimmer. Sein Körper war von 6 Skeletten umgeben. Die Überreste von 53 Frauen (vermutlich seine Konkubinen) wurden in einem etwas abseits gelegenen Graben gefunden Im selben Grab lagen die Skelette von 4 Männern (wahrscheinlich Diener), ihnen war der Kopf und die Hände abgeschlagen worden, wie es bei den grausamen Riten jenes Totenkults üblich war.

Die Wohnhäuser für die Bevölkerung waren klein. Die Wände und Dächer waren aus Pfählen, Strohmatten oder Ästen, die mit einer Gras-Lehm\Mischung verschmiert wurden. Cahokia verfügte über einen Flusshafen. Für das Pelota-Spiel, das von mittelamerikanischen Kulturen übernommen wurde, bot es ein Spielfeld. Außerhalb des Pfahlzauns wurden weitere 16 Erdhügel mit Terrassen gefunden. In etwa 1 km Entfernung lag das Woodhenge, ein 125 m Durchmesser großer Kreis aus Zedernpfählen, der im Laufe der Jahre mehrmals erweitert wurde, der für astronomische Messungen benutzt wurde. Damit wurde ein Sonnenkalender erstellt. Die 48 Pfahllöcher für die Pfähle, die den Kreis bildeten und das Pfahlloch in der Mitte des Kreises wurde von den Archäologen rekonstruiert.

Ihr Niedergang begann um 1250 wahrscheinlich wegen einer Hungersnot und der Ort wurde verlassen. Später wurde er von den Natchez-Indianern bewohnt. Auch dieser Stamm brachten Menschenopfer dar und verehrten den irdischen Vertreter des Goldenen Sterns, u. zw. den Priesterkönig der Großen Sonne. Die Natchez gehörten der Muskogee-Sprachfamilie an und waren sesshafte Ackerbauern. Sie tätowierten ihren Körper. Auch sie verließen Cahokia um 1550, als die Stadt ihre als Zentrum für die religiöses politische und wirtschaftliche in der Region verloren.

Die Erdhügel von Cahokia
Eine Zeichnung vom Cahokia Mound ,wie er einmal ausgesehen haben mag, befindet sich unter diesem Link.

Charakteristisch für die größte Ansiedlung der präkolumbischen Einwohner Amerikas sind die großen Erdhügel, deren größter, der Monk's Mound ist. Die Siedlung Cahokia was "Wildente" heißt, war von einem Holzpfahlzaun in Form eines "D" umgeben, innerhalb dessen sich 120 Erdhügel verschiedener Größe und Form befanden. Die Hügel waren nach den Himmelsrichtungen, vorwiegend in der Ost-West-Achse ausgerichtet und am großen zentralen Platz (16 ha) jenseits der privaten Wohnhäuser aufgereiht. Der größte Teil der Erdhügel weist flache Böschungen und Hügelkuppen auf, einige haben jedoch einen spitzen Kamm und sehr steile Hänge mit zwei Längeren und zwei sehr kurzen Seiten; wieder andere Erdhügel sind pyramiden-, kegel- oder halbkreisförmig. Einige, Hügel innerhalb und außerhalb des Zauns, wurden für Bestattungen verwendet.

Der Monk's Mound
Monk's Mound, ist der größte Erdhügel des präkolumbischen Amerika. Er wurde im 9. Jh. erbaut und bis zum 14. Jh. mehrmals erweitert. Er ist riesig dimensioniert; Er hat eine rechteckige Basis von 240 x p16 m, ist 30 m hoch. Für die Fertigstellung mussten ca. 623.000 m3 Erde bewegt werden. Er weist vier Terrassen auf vier verschiedenen Ebenen auf und hat schräg abfallende Wände Sein Grundriss erstreckt sich über mehr als 6 ha. Auf der obersten Plattform stand ein königlicher Tempel-Palast, das war ein mit einem Strohdach gedeckte Holzkonstruktion mit einem Grundriss von30 x 15 m. Hier waltete der Häuptling seines Amtes.